Ehrenamt als Stützpfeiler des Vereinssports

(baspo) Ohne Freiwillige kein Sport in der Schweiz. Diese alte Erkenntnis bestätigt auch die aktuelle Verbands- und Vereinsstudie. Über 300’000 Mitarbeiter-Ämter sind in den Sportvereinen zu besetzen, vom Vereinsvorstand über Trainerinnen bis hin zu Schiedsrichtern. Bei einem hypothetischen Stundenlohn von 43 Franken schenken die Ehrenamtlichen dem Schweizer Sport pro Jahr fast zwei Milliarden Franken. Würde man diese Löhne tatsächlich ausbezahlen wollen, müsste der durchschnittliche Jahresbeitrag der Schweizer Sportvereine von 100 auf 1000 Franken erhöht werden. Die Besetzung der ehrenamtlichen Stellen ist denn auch die grösste Sorge im Schweizer Vereinssport. Zwei Drittel der befragten Vereine bezeichnet die Gewinnung und Bindung von ehrenamtlichen Mitarbeitern als Problem.

Die Leute treiben generell mehr Sport

Vor dem Hintergrund schwindender Vereinsbindung und einer vermehrten Konsumhaltung seitens der Mitglieder sei die Tatsache, dass die Zahl der Sportvereine in den letzten 15 Jahren von 27’000 auf rund 20’000 gesunken ist, nicht negativ zu sehen, sagte Studienleiter Dr. Markus Lamprecht: «Es hat einen grossen Vorteil, wenn die Zahl der Vereine sinkt: Es braucht weniger Ehrenamtliche, um die Vereine zu führen.» Von einem Sterben des Vereinssports in der Schweiz könne deswegen nicht gesprochen werden. Im Gegenteil: Seit 2004 steigt die Zahl der Aktivmitglieder in Schweizer Vereinen und steht heute bei 1,6 Millionen Menschen. Damit ist ein Viertel der Schweizer Bevölkerung im Alter zwischen 10 und 75 Jahren in einem Sportverein aktiv. «Die Leute treiben heute generell mehr Sport, in einem Verein und individuell», erklärte Lamprecht. Besonders hoch ist die Zahl der Aktivmitglieder unter den Jüngsten: 62 Prozent der 10- bis 14-Jährigen sind Mitglied in einem Sportverein.

Aufwändige Studie

Die Studie «Sportvereine in der Schweiz 2011» ist vom «Observatorium Sport und Bewegung Schweiz» im Auftrag von Swiss Olympic, dem Bundesamt für Sport (BASPO), der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft und der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) durchgeführt worden. An der repräsentativen Studie haben sich 6221 Schweizer Sportvereine beteiligt.

Studie als PDF unter:

http://www.sportobs.ch/